Bouleplatzbau

Bouleplatzbau in Worpswede, Infos und Video weiter unten!  

Bouleplatzbau, der Bau eines Bouleplatzes ist ein Thema für sich, einerseits recht einfach, andererseits sind aber trotzdem einige wichtige Schritte zu beachten. Unsere Erfahrung mit dem Bau mehrer Spiel-Plätze und den Erkenntnissen die wir daraus gewonnen haben möchten wir hier weitergeben. Verschiedene Materialkombinationen auf unterschiedlichem Untergrund wollen wir ebenfalls zur Diskussion stellen. Wer Erfahrungen und hilfreiche Tipps hierzu beitragen möchte kann diese gerne per E-Mail an uns weitergeben, wir werden sie dann gegebenenfalls mit entsprechendem Quellhinweis hier reinstellen, oder auch verlinken.

Version 1/Grundfläche:

Die für den Boule-Platz vorgesehene Fläche wurde in diesem Beispiel ca. 25 cm ausgekoffert, hierbei gleich auf ein Gefälle von etwa 2-3% achten dies dient später der besseren Entwässerung. Der Aufbau der Spielfläche erfolgte mit Hartstein-Schotter 2/32 ca. 15 cm, darauf die nächste Schicht, Hartstein-Schotter 0/16 ca. 6 cm, mit einer Schaufel gleichmäßig verteilen, eventuell auch mit einem kleinen Bagger. Nun das Ganze noch leicht nachwässern, aber Vorsicht damit die feineren Teile nicht nach unten gespült werden. Die Fläche nun ca.2 Wochen ruhen lassen und regelmäßig bewässern. Ist der Unterbau genügend verdichtet kann die folgende Deckschicht aufgebracht.

Deckschicht: 

Das Material der Deckschicht kann aus einem Brechsand-Splittgemisch, aus Glensanda oder aber auch aus Hanse-Grand bestehen, (hierzu siehe weiter unten!). Deckschicht ca. 6 cm, (verdichtet ca. 4 cm) Körnung 0/5 oder wenn man es gröber möchte 0/8, wichtig ist das die Deckschicht gleichmäßig verteilt und  verdicht wird, am Besten mit einer Walze. Hier auf keinen Fall einen Rüttler verwenden. Nun noch regelmäßig 3-4 Wochen leicht Wässern und Walzen. Der Platz ist jetzt im Grunde fertig. Es empfiehlt sich aber noch eine dünne Spielschicht, ca.1 cm, als Abschluss aufzubringen. Hierfür eignet sich am besten Splitt, (Kugelfreundlich) aber auch feiner Kies ist möglich, das ist letztendlich Geschmackssache. Wenn alles richtig gemacht wurde solltet Ihr die nächsten Jahre viel Freude an Eurem Bouleplatz haben.

Version 2:

Nach ausgiebiger Suche und Lesen von Erfahrungen die andere „Bouleplatzbauer“ gemacht haben sind wir auf folgendes Material gestossen. Der Aufbau setzt sich aus einer Schicht von ca. 12 cm Hartsteinschotter 2/32, einer ca. 6 cm Grund-Schicht „HanseMineral 0/16“ und einer Deckschicht von ca. 4 cm „HanseGrand 0/5“ (verdichtet) zusammen. „HanseGrand“ besitzt alle Eigenschaften die unsere Anforderungen an einen robusten, mit guter Scherfestigkeit und Wasserdurchlässigkeit ausgestatteten Boule-Platz erfüllen. Zudem gibt es „HanseGrand“ in einer großen Auswahl an Farben. Einen Wehrmutstropfen wollen wir hier aber auch nicht verschweigen und das ist der Preis von etwa  40 Euro pro Tonne „HanseGrand“ und „Hanse Mineral“. Bei Hartsteinschotter liegen die Preise bei etwa 24 Euro pro Tonne. Die Größe des Platzes, (hier reichen 3 x 12 Meter völlig für einen privaten Bouleplatz) und die relativ geringe Höhe der einzelnen Schichten halten  die Kosten aber einigermaßen in Grenzen. Was noch zu beachten wäre hierbei handelt es sich um 100% Naturgestein.

Bouleplatzbau in Worpswede

Ende Juli 2013 erhielten wir von der Gemeinde Worpswede die Genehmigung für den Bau eines öffentlichen Bouleplatzes. Hierbei haben wir oben beschriebenes Material von „HansGrand“ verwendet, (ohne Hartsteinschotter da der vorgefundene Untergrund dies zuließ). Wir begannen am 1. August 2013 mit einigen  Mitgliedern unserer Worpsweder-Boulegemeinschaft und mit Unterstützung örtlicher Firmen den Bau des Bouleplatzes im Centrum von Worpswede. Ein Video über diesen Bouleplatzbau könnt ihr mit Klick auf das Bild weiter unten ansehen. Zu sehen sind, das Abtragen der Grasnarbe, vorbereiten der Grundfläche, Art des Materials (Hanse-Mineral, Hanse-Grand) und die einzelnen Schritte des Aufbaus der Spielfläche (12 x 6 Meter) und zur Belohnung aller Mühen dann zum Schluss die Einweihung des Platzes und die ersten Kugelwürfe.

Das zur Einweihung 2 Bänke und 1 Tisch zur Verfügung standen verdanken wir Sponsoren aus dem Ort. Der Platz wird nun seit dem 29. August 2013 ohne Beanstandung bespielt. 4-6 Wochen regelmässiges Wässern und Walzen mit ausreichend Sonne zwischendurch haben dies ermöglicht. Eine Einhaltung dieser Vorgehensweise halten wir für zwingend notwendig um eine ausreichende Verdichtung des Materials zu erreichen. Lieber etwas länger warten, als zu früh anspielen, der Platz wird es euch danken.

Besucher ohne Kugeln können sich diese im Hotel/Restaurant Village oder in der Touristikinformation Worpswede, beide direkt am Platz, ausleihen.

Zum Video, klick auf das Bild!

Quelle Skizze: HanseGrand, weitere Infos über „HanseGrand“.

Version 3 „Glensanda“:


Eine weitere Alternative einen Bouleplatz zu bauen wollen wir hier ebenfalls noch erwähnen. Nach dem vorbereiten der Grundfläche, (hier genügte nach dem entfernen der Grasnarbe ein Auskoffern von ca: 15 cm, (gleich 2-3% Gefälle zur späteren Entwässerung berücksichtigen), wurde nur eine Schicht Glensanda 0/5 mm Körnung, in einer ca: 6 cm dicken Schicht, verdichtet ca: 4cm, eingebracht. Vor Einbringung des Glensanda-Materials empfehlen wir wie in unserem Fall, eine Be- und Abgrenzung zur Grasnarbe mit impregnierten Balken. (15 cm x 8 cm)

Da die örtlichen Gegebenheiten in Bezug zum vorhandenen Untergrund sehr unterschiedlich sein können, empfehlen wir vor Ort einen Fachmann zwecks einer Bodenanalyse um Rat zu fragen. In unserem Fall hat der vorgefundene Untergrund (Bauschutt) den hier beschriebenen Aufbau erlaubt, bei anders geartetem Grund kann es möglich sein das ein vorheriges einbringen von Hartsteinschotter nötig ist.  Fachleute raten dazu die Glensanda-Schicht nicht dicker als 5 cm einzubringen, damit wird ein schnelles wegsickern von Regenwasser gewährleistet. detail_glensanda_platzDer Preis für eine Tonne Glensanda beträgt im Durchschnitt ca: 20-30 Euro. (Ein Rasenbord oder Holzbarriere 8 x 15 cm, sollte als Begrenzung vor Einbringung des Materials an den Rändern fixiert werden). Glensanda nun gleichmässig verteilen, leicht Wässern und mit einer Handwalze verdichten. Hier auf keinen Fall einen Rüttler verwenden, da ansonsten die Feinanteile die wir zum Verdichten benötigen nach unten gerüttelt werden. Nach 4-6 Wochen regelmäßigem Wässern (nur nötig wenn kein Regen fällt)  Walzen und Sonnenschein, sollte der Platz genug verdichtet sein.  Aber auch hier gilt, im Zweifel lieber etwas länger warten als zu früh anspielen.  Zum Entschärfen der Spielfläche eventuell noch ca: 1 cm feinen Kies oder Split aufbringen. Mit einem Hart-Plastikrechen gleichmässig verteilen, fertig.

Wir spielen jetzt seit 6 Jahren regelmässig auf diesem „Glensanda-Platz“, auch im Winter,winterboule_small (vorher mit Plane abdecken), ohne die geringste Beanstandung. Ab und an mal mit einem nicht zu weichen Rechen abziehen, mehr ist als Pflege nicht nötig. Sollten hierzu noch Fragen auftauchen sind wir gerne bereit diese per E-Mail so weit wie möglich zu beantworten.

Hier findet ihr ein Verzeichnis weiterer Bouleplätze und Hallen!


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